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FCN plant weiter mit offenem Zoma-Fall

FCN-Star Zoma vor dem Abschied? Klose rechnet mit Angeboten

Mohamed Ali Zoma lässt seine Zukunft beim 1. FC Nürnberg offen. Trainer Miroslav Klose stellt sich darauf ein, dass im Sommer Anfragen kommen könnten – würde den Angreifer nach dessen starker Saison aber gerne halten.

Vor dem letzten Heimspiel der Saison gegen den FC Schalke 04 hat der 1. FC Nürnberg acht Abgänge verabschiedet. Bei einem der wichtigsten Offensivspieler bleibt die Lage dagegen offen: Zoma legt sich nicht auf einen Verbleib fest, während Klose bereits mit Bewegung auf dem Transfermarkt rechnet.

Zoma vermeidet ein klares Bekenntnis

Zoma hat sich in dieser Saison zu einem entscheidenden Faktor in Nürnbergs Offensive entwickelt. In 28 Einsätzen kommt der 22-Jährige auf zwölf Tore und fünf Vorlagen. Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit rund um seine Zukunft – gerade, weil verlässliche Scorer in der Kaderplanung einer Zweitligamannschaft kaum zu ersetzen sind.

Auf die Frage nach einem möglichen Verbleib antwortet der Angreifer knapp: „Ich weiß es noch nicht.“ Zoma will zunächst die Saison beenden. „Ich möchte die Saison beenden und danach werden wir sehen“, sagt er. Einen festen Plan oder eine Entscheidung nennt er nicht. Stattdessen betont er: „Ich fühle mich hier wohl. Im Fußball kann alles passieren.“

Diese Zurückhaltung lässt mehrere Lesarten zu: Sie kann ein ehrliches Abwarten nach einer langen Saison bedeuten – sie kann aber auch ein Signal sein, dass das Umfeld des Spielers Optionen prüfen will. Fest steht: Ein klares Bekenntnis ist es nicht.

Klose plant mit dem Angreifer – und rechnet trotzdem mit Bewegung

Klose reagiert auf Zomas Aussagen zunächst mit einem Augenzwinkern. „Dann werde ich ihm gleich ein bisschen was sagen“, sagt der Trainer. In der Sache wird er aber deutlich ernster. Er hält es für wahrscheinlich, dass sich andere Klubs mit Zoma beschäftigen werden: „Da müssen wir abwarten, was passiert. Es wird was kommen, ich bin lange genug im Geschäft.“

Gleichzeitig macht Klose klar, dass er sportlich gerne weiter mit Zoma arbeiten würde. „Ein bisschen Weg ist mit ihm noch zu gehen. Er ist ein fantastischer Junge. Ich arbeite unheimlich gerne mit ihm.“ Der Satz ist auch eine Standortbestimmung: Nürnberg sieht bei Zoma Entwicklungspotenzial – und genau das kann den Spieler für finanzstärkere Interessenten interessant machen.

Klose verweist dabei auf die wirtschaftliche Seite der Kaderplanung. Gemeinsam mit Sportvorstand Joti Chatzialexiou müsse der Verein abwägen, wie weit er in möglichen Verhandlungen gehen kann. „Das weiß Joti, wir reden lange und oft genug. Das ist absolut unser Ziel, aber wir sind beide Realisten.“ Und weiter: „Man müsse in die Gespräche gehen und sehen, wo unsere Schmergrenze liegt. Es kommt auch immer auf den Preis an. Wenn etwas passiert, muss das ein oder andere schneller gehen, das wäre mir am liebsten.“

Die „Schmerzgrenze“ ist in solchen Fällen weniger ein Schlagwort als der Kern jeder Transferstrategie: Sie markiert den Punkt, an dem ein Verkauf sportlich weh tun würde, finanziell aber zu wichtig sein könnte, um ihn auszuschlagen. Gerade Klubs, die ihren Kader weiterentwickeln müssen, stehen regelmäßig vor dem gleichen Dilemma: Einnahmen können den nächsten Umbruch finanzieren – ein Abgang eines Leistungsträgers kann jedoch die sportliche Stabilität gefährden.

Acht Abgänge sind fix, bei Zoma beginnt die Abwägung

Während bei Zoma noch alles offen ist, hat der FCN vor dem Schalke-Spiel bereits mehrere Entscheidungen öffentlich gemacht. Danilo Soares, Tom Baack und Benjamin Goller erhalten keine neuen Verträge. Berkay Yilmaz, Henri Koudossou, Rabby Nzingoula, Tarek Buchmann und Eryk Grzywacz kehren nach dem letzten Pflichtspiel in Hannover zu ihren Stammvereinen zurück.

Für die Kaderplanung erhöht das den Druck: Wenn mehrere Positionen ohnehin neu besetzt werden müssen, gewinnt jeder zusätzliche Verlust an Gewicht – erst recht in der Offensive. Zomas Bilanz mit zwölf Toren und fünf Vorlagen in 28 Einsätzen steht dabei nicht nur für individuelle Klasse, sondern auch für Punkte, die Nürnberg über die Saison hinweg abgesichert haben. Einen Spieler mit dieser Produktionsrate zu ersetzen, ist selten eine Frage von „eins zu eins“, sondern meist eine Mischung aus mehreren Neuzugängen, Systemanpassungen und Hoffnung auf Entwicklungsschritte anderer.

Damit bleibt eine zentrale Personalie vor dem Saisonende offen. Zomas Aussagen lassen Spielraum, Kloses Worte zeigen den sportlichen Wunsch nach Kontinuität – und zugleich die Erwartung, dass der Sommer in dieser Frage Dynamik bringen dürfte.

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